Corona Impfung 2026: STIKO empfiehlt sie erst ab 75
Die Corona Impfung bekommt in diesem Herbst neue Regeln, die viele Menschen in Deutschland direkt betreffen. Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, hat ihre Empfehlung im Juli 2026 angepasst: Gesunde Erwachsene sollen die jährliche Auffrischung künftig grundsätzlich erst ab 75 Jahren erhalten, nicht mehr ab 60. Gleichzeitig entfällt die bisherige Empfehlung, eine sogenannte Basisimmunität aufzubauen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, bleibt dagegen auch in jüngeren Jahren beim jährlichen Impfrhythmus. Dieser Ratgeber erklärt in verständlicher Sprache, was sich ändert, für wen die Corona Impfung weiter wichtig ist und wann der beste Zeitpunkt in der Saison 2026/27 ist. Weitere Themen aus dem Bereich Gesundheit finden Sie in unserer Rubrik Gesundheit.
Kurzantwort: Die Corona Impfung wird gesunden Menschen ab sofort erst ab 75 Jahren als jährliche Standardimpfung empfohlen. Die Basisimmunität für gesunde Erwachsene entfällt. Menschen mit Grunderkrankungen, Pflegeheimbewohner, bestimmtes medizinisches Personal und gefährdete Schwangere sollen sich weiterhin jedes Jahr impfen lassen, am besten im Spätsommer oder Frühherbst.

Was sich bei der Corona Impfung 2026 konkret ändert
Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Altersgrenze steigt deutlich. Bisher galt die jährliche Corona Impfung als Standardempfehlung für gesunde Menschen ab 60 Jahren. Nach der im Juli 2026 beschlossenen Anpassung der STIKO liegt diese Grenze nun bei 75 Jahren. Wer gesund ist und jünger als 75, braucht nach der neuen Einschätzung keine routinemäßige Auffrischung mehr in jeder Saison.
Der zweite große Punkt betrifft die Basisimmunität. Bislang sollten gesunde Erwachsene mindestens drei Kontakte mit Bestandteilen des Virus gehabt haben, etwa durch Impfungen oder durchgemachte Infektionen, damit mindestens eine Impfung darunter ist. Diese Vorgabe streicht die STIKO nun vollständig. Die Begründung ist nachvollziehbar: Die allermeisten Erwachsenen hatten inzwischen mehrfach Kontakt mit SARS-CoV-2 und sind dadurch gut gegen schwere Verläufe geschützt.
Neu hinzu kommt außerdem ein Blick auf Langzeitfolgen. Erstmals berücksichtigt die Kommission Long COVID und Post COVID als eigenständige Indikation, also als eigenen Grund, der bei der Impfentscheidung eine Rolle spielen kann. Für Betroffene und ihre Ärztinnen und Ärzte schafft das mehr Klarheit, wenn es um eine erneute Corona Impfung geht.
Wichtig ist die Einordnung: Die neue Empfehlung ist kein Verbot und keine Absage an den Impfstoff. Sie ist eine gezieltere Steuerung. Die Auffrischung soll dort eingesetzt werden, wo der Nutzen am größten ist – bei älteren Menschen und bei Personen mit erhöhtem Risiko. Wer jünger und gesund ist, ist nach Einschätzung der Fachleute durch die bereits aufgebaute Immunität ausreichend geschützt.
Wer die Corona Impfung weiterhin jedes Jahr braucht
Für viele Menschen ändert sich trotz der neuen Altersgrenze nichts. Die jährliche Corona Impfung bleibt für klar definierte Gruppen empfohlen, auch weit unter 75 Jahren. Entscheidend ist nicht allein das Alter, sondern das persönliche Risiko für einen schweren Verlauf. Dazu zählen nach Angaben von STIKO und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vor allem:
- Menschen mit relevanten Grunderkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, etwa chronische Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Nieren sowie Diabetes, starkes Übergewicht, Immunschwäche oder Krebserkrankungen
- Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Menschen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe mit erhöhtem Risiko
- Schwangere mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, vorzugsweise ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
- Medizinisches und pflegerisches Personal mit direktem Kontakt zu Patientinnen, Patienten oder Bewohnern
- Enge Kontaktpersonen von Menschen, bei denen eine Impfung voraussichtlich nicht ausreichend schützt
- Alle gesunden Menschen ab 75 Jahren als neue Standardgruppe
Gehören Sie zu einer dieser Gruppen, bleibt die Corona Impfung für Sie eine jährliche Routine – ähnlich wie die Grippeimpfung. Sprechen Sie im Zweifel Ihre Hausarztpraxis oder Ihre Apotheke an. Dort lässt sich anhand Ihrer Erkrankungen, Ihrer Medikamente und Ihrer bisherigen Infektionen schnell klären, ob eine Auffrischung in dieser Saison sinnvoll ist.
Ein Sonderfall sind kleine Kinder: Wer ein Kind im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren zum ersten Mal gegen COVID-19 impfen lässt, soll weiterhin eine Grundimmunisierung nach der jeweiligen Fachinformation erhalten. Für ältere Kinder ohne Risikofaktoren spielt die Corona Impfung dagegen im Alltag kaum noch eine Rolle.
Definition: Was Basisimmunität bedeutete – und warum sie entfällt
Definition: Basisimmunität bezeichnete den von der STIKO angestrebten Grundschutz gesunder Erwachsener gegen schwere COVID-19-Verläufe. Er galt als erreicht, wenn jemand mindestens drei Kontakte mit SARS-CoV-2-Antigenen hatte – durch Impfungen oder Infektionen – und mindestens einer dieser Kontakte eine Impfung war.
Dieses Konzept stammte aus einer Phase, in der viele Menschen dem Virus noch nie begegnet waren. Damals war es sinnvoll, einen Mindestschutz für die gesamte erwachsene Bevölkerung zu definieren. Inzwischen hat sich die Lage grundlegend verändert: Impfungen, durchgemachte Infektionen und die milderen Verläufe der Omikron-Varianten haben eine breite Grundimmunität in der Bevölkerung aufgebaut, Fachleute sprechen von hybrider Immunität.
Deshalb muss niemand mehr nachzählen, ob er auf drei Antigenkontakte kommt. Auch ein Nachweis der Basisimmunität wird nicht mehr verlangt. Für die Praxis bedeutet das weniger Bürokratie und weniger Unsicherheit: Die Frage lautet nicht mehr, ob ein formaler Grundschutz vorliegt, sondern ob ein persönlicher Risikofaktor für die jährliche Auffrischung spricht.
Wichtig bleibt die Ausnahme: Menschen mit einer Immunschwäche können sich nicht automatisch auf die allgemeine Grundimmunität verlassen. Bei ihnen entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell, ob und in welchem Abstand eine weitere Corona Impfung sinnvoll ist – unabhängig davon, wie viele Infektionen bereits durchgemacht wurden.
Warum die STIKO die Grenze auf 75 Jahre anhebt
Hinter der neuen Grenze stehen Daten, keine Spargründe. Aus den Meldedaten der vergangenen drei Saisons geht hervor, dass 45 Prozent der gemeldeten Krankenhausfälle auf Menschen ab 80 Jahren entfielen und weitere 22 Prozent auf die Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen. Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt also vor allem im hohen Alter steil an, während es bei gesunden Jüngeren deutlich gesunken ist.
Wie groß die Belastung durch Atemwegsinfekte insgesamt bleibt, zeigt der erste Saisonbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu akuten respiratorischen Erkrankungen. Demnach gab es in der Wintersaison 2025/26 rund 180 Millionen akute Atemwegserkrankungen in Deutschland, etwa 37 Millionen Arztbesuche, rund 429.000 Klinikbehandlungen wegen schwerer Verläufe und etwa 22.700 Todesfälle. Kleinkinder erkrankten im Schnitt 4,6-mal, Erwachsene ab 60 Jahren 1,3-mal. Das RKI stuft die Saison insgesamt als moderat ein. Die ausführlichen Zahlen finden Sie im Saisonbericht des Robert Koch-Instituts.
Diese Zahlen erklären die Doppelstrategie der Fachleute: Entwarnung für gesunde Jüngere, aber keine Entwarnung für den Herbst insgesamt. Grippe, COVID-19, RSV und Pneumokokken treffen vor allem Ältere und chronisch Kranke weiterhin hart. Die Corona Impfung wird deshalb nicht unwichtiger, sondern präziser auf die Gruppen zugeschnitten, die sie am dringendsten brauchen. Für Hausarztpraxen bedeutet die neue Grenze im Alltag vor allem, ältere Patientinnen und Patienten aktiv anzusprechen, Impfpässe zu prüfen und bei Jüngeren genauer auf Vorerkrankungen, Medikamente und berufliche Risiken zu schauen.
Dazu passt die Einschätzung des BIÖG: Atemwegsinfektionen seien, so dessen kommissarischer Leiter Dr. Johannes Nießen sinngemäß, „mehr als ein lästiger Infekt“, gerade für Ältere und chronisch Kranke. Gezielte und rechtzeitige Impfungen böten den besten Schutz. Genau dieses gezielte Vorgehen bildet die neue Empfehlung zur Corona Impfung ab.
Der beste Zeitpunkt: So planen Sie Ihre Corona Impfung
COVID-19 tritt inzwischen wie viele andere Atemwegserkrankungen vermehrt im Herbst und Winter auf. Die STIKO empfiehlt die Corona Impfung deshalb möglichst zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst. Bis der Schutz aufgebaut ist, vergehen etwa zwei Wochen – wer im Oktober geimpft wird, ist also rechtzeitig vor den typischen Infektionswellen geschützt. Eine verpasste Impfung sollte während der Saison möglichst rasch nachgeholt werden.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Prüfen Sie Ihre Gruppe: Sind Sie 75 Jahre oder älter oder haben Sie eine relevante Grunderkrankung? Dann ist die jährliche Auffrischung für Sie empfohlen.
- Prüfen Sie den Abstand: Zwischen der letzten nachgewiesenen Infektion oder der letzten Impfung und der neuen Auffrischung sollten möglichst mindestens sechs Monate liegen.
- Nutzen Sie den Impfcheck: Das BIÖG bietet online Impfchecks zu Corona, Grippe, Pneumokokken und RSV an, mit denen Sie Ihren persönlichen Status in wenigen Minuten prüfen können.
- Vereinbaren Sie einen Termin: Hausarztpraxen, viele Apotheken und Betriebsärzte bieten die Impfung an – am besten im Frühherbst, solange die Termine nicht knapp sind.
- Kombinieren Sie sinnvoll: Die Corona Impfung kann am selben Termin wie die Grippeimpfung gegeben werden, ein Mindestabstand ist nicht nötig.
Eine praktische Besonderheit sollten immungesunde Menschen aus den Risikogruppen kennen: Wer sich im laufenden Jahr bereits nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt hat, kann in der Regel auf die saisonale Auffrischung verzichten, weil die Infektion selbst den Schutz aufgefrischt hat. Bei Immunschwäche oder unklarem Nachweis bleibt es eine individuelle ärztliche Entscheidung.
Zur Kostenfrage: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die neue STIKO-Empfehlung am 3. September 2026 in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Das Bundesgesundheitsministerium teilte am 5. Oktober 2026 mit, den Beschluss nicht zu beanstanden. Für das formale Inkrafttreten fehlte Stand 6. Oktober 2026 nur noch die Veröffentlichung im Bundesanzeiger; bis dahin führte der G-BA die Änderung ausdrücklich als noch nicht in Kraft. Für Patientinnen und Patienten ändert sich im Praxisalltag vorerst wenig – wer zur empfohlenen Gruppe gehört, bekommt die Corona Impfung weiterhin über die Krankenkasse abgerechnet.
Kampagne „Zusammen geschützt“: Der Herbst gehört dem Impfcheck
Pünktlich zur Saison haben das BIÖG und das RKI am 6. Oktober 2026 ihre gemeinsame Herbstkampagne „Zusammen geschützt“ neu gestartet. Plakate und Anzeigen sind bundesweit im öffentlichen Raum und in den Medien zu sehen. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen zu Beginn der Infektzeit ihren Impfstatus prüfen – nicht nur mit Blick auf Corona, sondern auf alle Atemwegserkrankungen des Winters.
Denn die Corona Impfung ist nur ein Baustein. Die Grippeimpfung bleibt für alle ab 60 Jahren, für chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal empfohlen, am besten von Oktober bis Mitte Dezember. Gegen RSV empfiehlt die STIKO allen Menschen ab 75 Jahren eine einmalige Impfung, idealerweise vor Saisonbeginn im September oder Anfang Oktober. Und auch die Pneumokokken-Impfung schützt Ältere und Risikogruppen vor schweren Lungenentzündungen; mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Pneumokokken-Impfstoff. Alle Hintergründe zur Kampagne hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit zusammengestellt.
Warum sich der gemeinsame Blick lohnt, zeigen die RKI-Zahlen: Hinter den 180 Millionen Erkrankungen der Vorsaison stecken mehrere Erreger gleichzeitig. Wer nur an Corona denkt, übersieht Grippe und RSV. Umgekehrt schützt die Grippeimpfung nicht vor COVID-19. Der Impfcheck des BIÖG führt deshalb alle vier Erkrankungen – Corona, Grippe, Pneumokokken und RSV – in einer Übersicht zusammen und gibt eine persönliche Empfehlung.
Für den Alltag heißt das: Ein einziger Termin im Frühherbst kann mehrere Impfungen abdecken. Sprechen Sie in der Praxis aktiv an, welche Impfungen für Sie anstehen. So wird aus der Frage nach der Auffrischung eine vollständige Vorsorge für die ganze Saison – ohne zusätzliche Wege und ohne unnötige Impftermine.
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter wird die Corona Impfung jetzt empfohlen?
Für gesunde Menschen empfiehlt die STIKO die jährliche Auffrischung seit Juli 2026 grundsätzlich erst ab 75 Jahren, bisher lag die Grenze bei 60 Jahren. Jüngere Menschen mit relevanten Grunderkrankungen, Pflegeheimbewohner, gefährdete Schwangere und medizinisches Personal sollen sich weiterhin jedes Jahr impfen lassen.
Was bedeutet das Ende der Basisimmunität für mich?
Gesunde Erwachsene müssen nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens drei Kontakte mit Virusbestandteilen hatten, darunter eine Impfung. Die STIKO geht davon aus, dass die meisten Menschen durch Impfungen und Infektionen bereits gut vor schweren Verläufen geschützt sind. Ein Nachweis der Basisimmunität wird nicht mehr verlangt.
Ich bin 65 und gesund – brauche ich noch eine Corona Impfung?
Allein aufgrund Ihres Alters nach der neuen Empfehlung nicht mehr jedes Jahr. Entscheidend sind Ihre persönlichen Risikofaktoren: Liegt eine chronische Erkrankung etwa an Herz, Lunge, Leber oder Nieren vor, besteht Diabetes oder eine Immunschwäche, bleibt die jährliche Impfung auch mit 65 empfohlen. Ihre Hausarztpraxis kann das schnell einordnen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Corona Impfung im Herbst 2026?
Am besten zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst, weil der Schutz etwa zwei Wochen braucht, um sich aufzubauen. Wer den Termin verpasst, sollte ihn während der Saison möglichst rasch nachholen. Zwischen der letzten Infektion oder Impfung und der Auffrischung sollten möglichst mindestens sechs Monate liegen.
Kann ich Corona und Grippe am selben Termin impfen lassen?
Ja, die gleichzeitige Impfung gegen COVID-19 und Influenza ist möglich, ein Mindestabstand ist nicht erforderlich. Das ist besonders für Risikogruppen praktisch, weil ein einziger Besuch in Praxis oder Apotheke beide Impfungen abdecken kann. Beachten Sie aber, dass die Grippeimpfung schon ab 60 Jahren empfohlen wird, die Auffrischung für Gesunde erst ab 75.
Übernimmt die Krankenkasse die Corona Impfung nach den neuen Regeln?
Der G-BA hat die neue STIKO-Empfehlung am 3. September 2026 in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen, das Bundesgesundheitsministerium hat am 5. Oktober 2026 keine Beanstandung erhoben. Formal in Kraft tritt die Änderung mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger, die Stand 6. Oktober 2026 noch ausstand. Für die empfohlenen Gruppen bleibt die Impfung Kassenleistung.
Fazit: Corona Impfung wird gezielter – nicht unwichtiger
Die Corona Impfung verändert 2026 ihre Rolle: weg von der breiten Routine für alle Erwachsenen, hin zum gezielten Schutz für Menschen ab 75 Jahren und für Risikogruppen in jedem Alter. Das Ende der Basisimmunität ist dabei kein Rückschritt, sondern Ausdruck einer Bevölkerung, die dem Virus längst mehrfach begegnet ist. Gleichzeitig mahnen 180 Millionen Atemwegserkrankungen in einer einzigen Saison, den Herbstschutz ernst zu nehmen. Prüfen Sie deshalb jetzt Ihren Status im Online-Impfcheck des BIÖG, besprechen Sie offene Fragen in Ihrer Hausarztpraxis oder Apotheke und sichern Sie sich Ihren Termin im Frühherbst – damit aus der neuen Empfehlung zur Auffrischung auch Ihr persönlicher Schutz wird.
Aktualisiert: 9. Oktober 2026
