Hape Kerkeling: Biografie, Karriere und neue Filme 2026

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Hape Kerkeling: Biografie, Karriere und neue Filme 2026

Hape Kerkeling ist seit mehr als vier Jahrzehnten einer der beliebtesten Entertainer Deutschlands – und im Herbst 2026 wieder in aller Munde. Der Komiker, Schauspieler und Bestsellerautor sorgte mit zwei neuen Kinofilmen für Schlagzeilen und sprach bei einer Anhörung im Thüringer Landtag in Erfurt. Viele Fans suchen deshalb nach seiner Lebensgeschichte: Wo kommt er her, wie wurde er berühmt, und was macht er heute? Diese Biografie zeichnet den Weg vom schüchternen Jungen aus Recklinghausen zum Publikumsliebling nach – von den ersten Sketchen im Klassenzimmer über den Jakobsweg bis zum Kino-Comeback. Dabei zeigt sich: Hinter dem Humor steckt ein Künstler, der auch ernste Themen nicht scheut.

Kurzantwort: Hape Kerkeling wurde am 9. Dezember 1964 als Hans-Peter Wilhelm Kerkeling in Recklinghausen geboren. Bekannt wurde er mit der Show „Känguru“, der Satiresendung „Total Normal“ und seiner Kultfigur Horst Schlämmer. Sein Jakobsweg-Buch „Ich bin dann mal weg“ ist das erfolgreichste deutsche Sachbuch der Nachkriegszeit. 2026 ist er in „Extrawurst“ und „Horst Schlämmer sucht das Glück“ im Kino zu sehen.

Hape Kerkeling gibt bei der ROMY-Verleihung 2011 in Wien ein Autogramm
Hape Kerkeling bei der ROMY-Verleihung 2011 in Wien, wo er für Fans Autogramme gab.

Kindheit in Recklinghausen: Wie alles begann

Hape Kerkeling wuchs in Recklinghausen im Ruhrgebiet auf. Sein Vater Karl-Heinz arbeitete als Zimmerer, seine Mutter Margret als Floristin. Die ersten Lebensjahre verbrachte der Junge im ländlichen Stadtteil Bockholt, bevor die Familie in die Stadt zog. Einen grossen Teil seiner Kindheit erlebte er im Tante-Emma-Laden seiner Grossmutter Änne im benachbarten Herten-Scherlebeck – eine Welt voller Geschichten, Kunden und kleiner Beobachtungen, die später sein Gespür für alltägliche Komik prägen sollte.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie 1973: Seine Mutter starb, nachdem sie nach einer Operation ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren hatte. Danach zogen die Grosseltern väterlicherseits zu Vater, Bruder und ihm. Schon in der dritten Klasse lernte er Achim Hagemann kennen, der sein langjähriger musikalischer Begleiter und einer seiner engsten Weggefährten werden sollte. Gemeinsam wechselten beide 1975 auf das Marie-Curie-Gymnasium in Recklinghausen, wo Kerkeling als Ministrant aktiv war und mit eigenen Sketchen auffiel – seine Musiklehrerin räumte ihm dafür regelmässig ein paar Minuten am Ende des Unterrichts ein.

1977 bewarb sich der Zwölfjährige vergeblich bei Loriot für die Kinderrolle des Dicki im Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“. Aufgeben kam für ihn nicht infrage: Mit Hagemann gründete er die Band Gesundfutter, trat bei Talentwettbewerben auf und gewann 1983 den Passauer Kabarettpreis Scharfrichterbeil. 1984 machte er sein Abitur – und stand kurz vor dem Start ins Fernsehen.

Der Durchbruch: Von „Känguru“ bis „Total Normal“

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte Hape Kerkeling mit 17 Jahren im „Talentschuppen“. Im Dezember 1984 folgte mit „Kerkelings Kinderstunde“ sein erstes eigenes Format, in dem er als vorlautes Vorschulkind Hannilein gleich alle Figuren selbst spielte. Der eigentliche Durchbruch gelang ihm im Januar 1985 mit der Musik- und Sketchshow „Känguru“. Von da an ging es schnell: Gastauftritte, Radioskizzen und schliesslich der Wechsel in die erste Reihe der deutschen Comedy.

Von 1989 bis 1991 moderierte er die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest – und parallel dazu seine medienkritische Satiresendung „Total Normal“, die er mit Achim Hagemann und Co-Autor Angelo Colagrossi gestaltete. Die Sendung wurde mit der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Zwei Aktionen sind bis heute unvergessen:

  • April 1991: Als Königin Beatrix verkleidet fuhr Kerkeling vor laufender Kamera am Schloss Bellevue vor – noch vor der echten Königin.
  • „Hurz!“: Als polnischer Opernsänger trug er ein absurdes Stück Neuer Musik vor, das in einem lauten „Hurz!“ endete – das Publikum diskutierte danach ernsthaft über die „Kunst“.
  • 1990: Sein Auftritt bei der Bundespressekonferenz brachte ihm ein Hausverbot ein, das erst zu seinem 60. Geburtstag 2024 aufgehoben wurde.

1993 folgte mit der Mediensatire „Kein Pardon“ sein erster Kinofilm, bei dem er Regie führte, die Hauptrolle spielte und am Drehbuch mitschrieb. Nach einigen weniger erfolgreichen Formaten in den Neunzigern meldete er sich 1999 mit „Darüber lacht die Welt“ auf Sat.1 eindrucksvoll zurück – verkleidet narrte er Schachprofis und Fussballtrainer gleichermassen.

Auch als Moderator grosser Shows wurde Hape Kerkeling zum Publikumsmagneten: Er präsentierte Galas, Quizformate und Unterhaltungsshows und bewies dabei, dass er nicht nur in Verkleidung, sondern auch als er selbst ein Millionenpublikum unterhalten kann. Dass Hape Kerkeling dabei stets nahbar wirkte, gilt bis heute als eines seiner Erfolgsgeheimnisse.

Horst Schlämmer und die Kultfiguren

Definition: Eine Kunstfigur ist eine erfundene Bühnenpersönlichkeit mit eigenem Aussehen, eigener Sprache und eigenem Charakter, die ein Künstler immer wieder verkörpert. Kaum jemand in Deutschland beherrscht dieses Handwerk so wie Hape Kerkeling, dessen Figuren über Jahrzehnte ein Millionenpublikum erreichten:

  • Hannilein – das freche Vorschulkind aus der „Kinderstunde“, seine erste Fernsehfigur.
  • Horst Schlämmer – stellvertretender Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“, mit Trenchcoat, Herrenhandtasche und dem Motto, immer „janz discht dran“ zu sein.
  • Uschi Blum – die unerschütterliche Schlagersängerin mit grosser Stimme und noch grösserem Selbstbewusstsein.
  • Königin Beatrix – seine berühmte Verwandlung in die niederländische Monarchin.
  • Evje van Dampen – die niederländische Paartherapeutin aus der Show „Hape trifft!“.

Horst Schlämmer entstand 2005 für die RTL-Show „Hape trifft!“ und wurde zur erfolgreichsten Figur: 2009 kam mit „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ ein eigener Kinofilm heraus. Im März 2026 kehrte die Figur mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ auf die Leinwand zurück – diesmal reist Schlämmer durch Deutschland, um den Menschen ihr Lächeln zurückzubringen.

„Ich bin dann mal weg“: Der Jakobsweg wurde zum Bestseller

Eine entfernte Gallenblase und ein Hörsturz zwangen Hape Kerkeling Anfang der 2000er zu einer Auszeit. Im Juni und Juli 2001 pilgerte er rund 630 Kilometer auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela – allein, mit elf Kilo schwerem Rucksack. Seine Route führte ihn über mehrere eindrucksvolle Stationen:

  1. Start in Saint-Jean-Pied-de-Port am Fuss der Pyrenäen
  2. Über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen nach Spanien
  3. Durch das Baskenland, Navarra und die Weinregion Rioja
  4. Über die weite Hochebene Kastiliens bis nach Galicien
  5. Ankunft in Santiago de Compostela am Grab des heiligen Jakob

Aus dieser Reise entstand 2006 das Buch „Ich bin dann mal weg“, das alle Rekorde brach: Laut PIPER Verlag stand es 100 Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und erreichte mehr als fünf Millionen Leserinnen und Leser – es gilt als erfolgreichstes deutsches Sachbuch der Nachkriegszeit. 2015 kam die Verfilmung mit Devid Striesow in der Hauptrolle in die Kinos. Auch seine Kindheitsgeschichte „Der Junge muss an die frische Luft“ (2014) wurde ein Bestseller und 2018 von Oscar-Preisträgerin Caroline Link erfolgreich verfilmt.

Dem Buch wird bis heute eine besondere Wirkung zugeschrieben: Nach seinem Erscheinen stieg das Interesse am Pilgern in Deutschland spürbar, und viele Menschen brachen selbst nach Spanien auf. Dass Hape Kerkeling darin offen über Zweifel, Erschöpfung und stille Momente schrieb, machte den Bericht für Leserinnen und Leser weit über die Comedy-Fangemeinde hinaus glaubwürdig. Noch heute gilt Hape Kerkeling für viele als der Mann, der den Jakobsweg in Deutschland populär gemacht hat.

Stimme, Rückzug und das grosse Comeback ab 2021

Neben Bühne und Kamera wurde Hape Kerkeling auch als Synchronsprecher zum Star: Er lieh dem Panda Po in den „Kung Fu Panda“-Filmen (2008 bis 2024) und dem Schneemann Olaf in den „Die Eiskönigin“-Filmen seine Stimme. Als Moderator führte er unter anderem durch „Die 70er Show“ – dafür erhielt er 2003 den Deutschen Fernsehpreis –, durch „Let’s Dance“ (2006 und 2007, mit Nazan Eckes) und von 2010 bis 2014 durch die Verleihung der Goldenen Kamera.

Sein soziales Engagement zeigte Hape Kerkeling auch im Fernsehen: Beim Prominenten-Special von „Wer wird Millionär?“ erspielte er 2009 insgesamt 125.000 Euro für die Deutsche AIDS-Stiftung, für deren Spendengala er zuvor bereits moderiert hatte. Solche Auftritte festigten das Bild, das viele Fans von Hape Kerkeling haben: ein Entertainer, der seine Bekanntheit auch für andere einsetzt.

Zu seinem 50. Geburtstag im Dezember 2014 kündigte er seinen weitgehenden Rückzug aus dem Showgeschäft an. Die Rückkehr folgte 2021: Er spielte den Teufel in „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“, veröffentlichte das Katzenbuch „Pfoten vom Tisch!“ und startete bei VOX mit „Hape und die 7 Zwergstaaten“ sowie „Ein Abend mit Hape Kerkeling“. Beim Deutschen Fernsehpreis 2021 wurde er mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. 2023 folgte die Serienfortsetzung „Club Las Piranjas“, und 2026 steht er gleich zweimal in Hauptrollen im Kino: In „Extrawurst“ (Kinostart: 15. Januar 2026, Regie: Marcus H. Rosenmüller) spielt er Heribert, den Vorsitzenden eines Tennisvereins, an der Seite von Christoph Maria Herbst, Friedrich Mücke und Fahri Yardim.

Privates, Haltung und der Auftritt im Thüringer Landtag

Privat lebt Hape Kerkeling seit 2017 in Köln. Im Dezember 2016 heiratete er seinen Lebensgefährten Dirk Henning. Er spricht neben Deutsch auch Niederländisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Englisch und engagiert sich seit 2007 als Pate der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In seiner 2024 erschienenen Autobiografie „Gebt mir etwas Zeit“ dokumentierte er die Ergebnisse seiner eigenen Ahnenforschung.

Zur Familiengeschichte gehört auch ein dunkles Kapitel: Sein Grossvater Hermann Anton Kerkeling war von 1942 bis 1945 als politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Im April 2026 erinnerte der Entertainer bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Lagers an ihn. Im September 2026 sprach er auf Einladung der Linksfraktion bei einer Anhörung des Justizausschusses im Thüringer Landtag in Erfurt und sprach sich dort für die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens aus. Wie ZDFheute über die Anhörung berichtete, betonte er, er spreche nicht als Verfassungsexperte, sondern als Nachkomme eines NS-Opfers: „Es geht darum, dass jedem Einzelnen im Land bewusst wird, dass wir die Demokratie verteidigen müssen.“ Die AfD-Fraktion stellte ihm bei der Anhörung keine Fragen; Vertreter der Fraktion kritisierten anschliessend einzelne seiner Aussagen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Der Auftritt wurde in zahlreichen Medien aufgegriffen und erklärt das aktuell stark gestiegene Suchinteresse an seiner Person.

Auszeichnungen und wichtigste Stationen im Überblick

Ob Goldene Kamera, Adolf-Grimme-Preis, Bayerischer Fernsehpreis oder Deutscher Fernsehpreis: Die Liste seiner Ehrungen ist lang. 2025 erhielt er zudem den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten beim Bayerischen Buchpreis. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Stationen seiner Karriere:

Besonders oft wird Hape Kerkeling für seine Vielseitigkeit geehrt – als Komiker, Moderator, Schauspieler und Autor zugleich. Fachjurys würdigten dabei immer wieder, dass Hape Kerkeling ernste und heitere Rollen gleichermassen überzeugend verkörpert.

JahrStationBedeutung
1985„Känguru“Erste eigene TV-Show und Durchbruch
1989„Total Normal“Satireklassiker, mehrfach preisgekrönt
1993„Kein Pardon“Erster Kinofilm als Regisseur und Hauptdarsteller
2001Jakobsweg630 Kilometer Pilgerreise nach Santiago de Compostela
2006„Ich bin dann mal weg“Erfolgreichstes deutsches Sachbuch der Nachkriegszeit
2009„Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“Erster Kinofilm seiner Kultfigur
2021Comeback und EhrenpreisEhrenpreis beim Deutschen Fernsehpreis
2026„Extrawurst“ und „Horst Schlämmer sucht das Glück“Zwei Kinofilme in einem Jahr

Mehr Porträts bekannter Persönlichkeiten finden Sie in unserer Rubrik Biographie – von Schauspielern über Musiker bis zu Sportlern.

Häufig gestellte Fragen

Wann und wo wurde Hape Kerkeling geboren?

Er wurde am 9. Dezember 1964 in Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen geboren und wuchs dort auch auf. Sein Abitur machte er 1984 am Marie-Curie-Gymnasium seiner Heimatstadt.

Wie lautet sein bürgerlicher Name?

Sein vollständiger Name ist Hans-Peter Wilhelm Kerkeling. Aus den Anfangsbuchstaben „H. P.“ entstand sein Künstlername, unter dem er seit den 1980er Jahren auftritt.

Welche ist seine bekannteste Figur?

Seine bekannteste Kunstfigur ist Horst Schlämmer, der stellvertretende Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“. Die Figur entstand 2005, bekam 2009 einen eigenen Kinofilm und kehrte 2026 mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ zurück.

Wie erfolgreich war „Ich bin dann mal weg“?

Sehr erfolgreich: Das Buch, mit dem Hape Kerkeling seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg beschrieb, stand laut PIPER Verlag 100 Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und erreichte mehr als fünf Millionen Leser. Es gilt als erfolgreichstes deutsches Sachbuch der Nachkriegszeit und wurde 2015 verfilmt.

In welchen neuen Filmen ist er 2026 zu sehen?

2026 ist Hape Kerkeling in zwei Kinofilmen in Hauptrollen zu sehen: In der Vereinskomödie „Extrawurst“ (seit 15. Januar 2026) spielt er den Tennisclub-Vorsitzenden Heribert, und in „Horst Schlämmer sucht das Glück“ (seit März 2026) kehrt er in seiner Paraderolle zurück.

Wo lebt Hape Kerkeling heute und ist er verheiratet?

Er lebt seit 2017 mit seinem Ehemann Dirk Henning in Köln. Die beiden heirateten im Dezember 2016. Zuvor hatte er mehrere Jahre in Berlin gewohnt.

Fazit: Ein Entertainer, der Deutschland seit 40 Jahren prägt

Von Recklinghausen über den Jakobsweg bis in den Thüringer Landtag: Die Geschichte von Hape Kerkeling ist die eines Künstlers, der Humor und Haltung verbindet. Seine Figuren, Bücher und Filme haben Generationen begleitet – und mit zwei Kinofilmen ist 2026 sein Jahr des grossen Comebacks. Welche seiner Figuren ist Ihr Favorit – Horst Schlämmer, Hannilein oder Uschi Blum? Schreiben Sie es in die Kommentare und entdecken Sie weitere spannende Lebensgeschichten in unserer Biographie-Rubrik.

Aktualisiert: 7. Oktober 2026

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